Expat

24.10.2014

Vor dem Bushäuschen tigert sie hin und her, vertieft ins Selbstgespräch und ein Notizheft.
  „Sind das Hieroglyphen?“
  „Koreanische Schriftzeichen.“
  Nein, in Korea sei sie nie gewesen. Nein, Koreaner kenne sie keine. Für die EU habe sie gearbeitet, als Übersetzerin, und jetzt … Also lerne sie was, irgendwas. Um unter Leute zu kommen, wegen der grauen Zellen.
  Zurück? Wohin zurück, Heimat sei längst Fremde.
  Manchmal beobachte sie jene, die noch dazugehörten, auf ihrem Weg zur Arbeit: ihren federnden Gang, die schicken Schuhe, die Handtasche im Griff und das Leben. Erwählt aus Tausenden, die Elite Europas.
  Sie schaut einem Zug Kraniche hinterher.